WIEDERSEHENSPARTY IN NIEDERMOOS

„WIEDERSEHENSPARTY“ IM VULKANPARK NIEDERMOOS

Am Samstag, dem 07.08.21 traf sich der Freundschaftskreis Derbyshire Dales/ Vogelsbergkreis zu einer Wiedersehens-Party im Vulkanpark in Niedermoos. 26 Mitglieder des Vereins waren gekommen, als Gäste konnten wir den Bürgermeister der Stadt Alsfeld, Stephan Paule, und seine Gattin Christine begrüßen. Stephan Paule ist gleichzeitig auch Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Alsfeld. Alsfeld unterhält eine Partnerschaft mit New Mills, ebenfalls Derbyshire, ca. 50 km entfernt von Matlock, dem Verwaltungssitz der Derbyshire Dales. Es gab viele Gespräche und einen regen Informationsaustausch, man hatte sich ja lange Zeit nicht treffen können. Horst Eichenauer am Akkordeon und Lothar Jansky an der Gitarre steuerten die Musik bei, mit Anne-Marie Müller studierten wir ein Tänzchen (Jerusalema Dance Challenge) ein. Bei einem leckeren Mittagessen und anschließendem Kaffee und Kuchen verbrachten alle einen sehr angenehmen Tag

Gruppenfoto mit Stephan Paule

EIGENES BROT IM BACKHAUS BACKEN

Noch bis in die 1950er Jahre wurde im Vogelsbergkreis (und auch in vielen anderen ländlichen Gebieten in Deutschland) das Brot nicht beim Bäcker gekauft, sondern in gemeinschaftlich genutzten dörflichen BACKHÄUSERN selber gebacken. Jedes Dorf hatte ein oder mehrere Backhäuser (mein Heimatdorf Homberg/Maulbach mit ca. 500 Einwohnern hatte z.B. zwei, Lingelbach bei Alsfeld sogar vier). Sie bestehen eigentlich nur aus einem gemauerten Backofen, mit einem Dach obendrauf und einem kleinen Vorraum, von dem aus man das Brennmaterial oder die zu backenden Brote in den Ofen schieben kann.
Abwechselnd (die Reihenfolge wurde per Los bestimmt) konnten die Familien dann ihren 3- 4 Wochenvorrat an Brot backen – haltbare Sauerteigbrote aus überwiegend Roggenmehl, die allerdings nach 3 Wochen auch schon recht hart und alt schmeckten! Als es sich die Menschen bei steigendem Wohlstand leisten konnten, täglich frisches Brot beim Bäcker zu kaufen, wurde diese Tradition des Brotbackens aufgegeben, die Backhäuser drohten zu verfallen und wurden teilweise abgerissen und beseitigt

In den letzten Jahren hat aber hier ein Umdenken eingesetzt: die traditionelle und zeitaufwändige Art des Brotbackens mit dem Ansetzen und Reifen des Sauerteiges, dem langsamen und sorgfältigen Anheizen des Backofen mit Holz und dem Backvorgang bei natürlich abfallenden Temperaturen kann nicht mehr geleistet werden in den modernen Bäckereien mit ihren industriell hergestellten Brotteig-Fertigmischungen und elektrisch beheizten Öfen. Den einzigartigen Geschmack dieses Brotes kann man also nicht mehr in den Bäckereien kaufen – deshalb haben sich in einigen Dörfern Gruppen gegründet, die wieder ihr eigenes Brot backen. Auch die Gemeinden kümmern sich wieder um diese Traditionen. So wurden im Vogelsbergkreis viele Backhäuser renoviert und mit neu gemauerten Öfen ausgestattet

In MAULBACH backen Christa, Doris und Wilma seit 1989 ungefähr 3 – 4 mal im Jahr hier ihr eigenes Brot. Heutzutage kann man die Laibe ja einfrieren und muss kein wochenaltes hartes Brot mehr kauen. Am 8.10.2020 konnte ich als Gast dabei sein und lernen, wie man den Backofen im Backhaus beheizt, den Teig zubereitet und formt, die Brote in den Ofen „einschießt“, und schließlich herausholt und auskühlen lässt. In etwa 5 Stunden konzentrierter und teilweise anstrengender Arbeit bei „Backofentemperaturen“ haben wir 70 leckere, knusprige Brote gebacken, die dann untereinander verteilt wurden

Am Tag vor dem eigentlichen Backen wird der Vorteig angesetzt. Er enthält den SAUERTEIG (eigentlich getrockneter, zerkrümelter und wieder eingeweichter Teig vom vorherigen Backen) Wasser und etwas Mehl, und er mag es ziemlich warm (30° C). Am Backtag kommt dann das ganze Mehl (100% Roggen) dazu, nochmal Wasser, Salz und nach Belieben Zutaten wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Gewürze etc. Dann wird der Teig mit der Maschine* geknetet und ruht dann für ca. 1,5 Stunden abgedeckt im großen Backtrog.

*eine gebrauchte Teigrührmaschine, vor 5 Jahren für 900 € angeschafft. Erleichtert die Arbeit sehr!

In der Zwischenzeit wird der Backofen befeuert. Normalerweise muss er einen Tag vorher einmal angeheizt werden – aber diesmal wurde am Tag vorher gebacken, da war das nicht mehr nötig. Der Ofen wird mit unbehandeltem Holz befüllt – hier von einem alten Pflaumenbaum, der beim Sturm umgefallen war – und dieses dann angezündet. Das Holz brennt dann in etwa 1.5 Stunden runter, danach werden die Asche und die unverbrannten Holzreste herausgeholt und der Ofen grob ausgewischt.




In der Zwischenzeit werden aus dem Brotteig runde und längliche Brotlaibe geformt , die ebenfalls noch etwas gehen müssen bei den warmen Temperaturen in der Backstube.









Als der Backofen angeheizt, ausgeräumt und gesäubert war,haben wir die Brote mit Hilfe von Basti, Levi und Wolfgang auf Schubkarren zum 200m entfernten Backhaus transportiert.
Mit einem sehr langen Brotschieber werden sie dann in den Backofen „eingeschossen“ – das musste sehr zügig und schnell geschehen, damit der Ofen nicht durch die offene Tür auskühlen kann. Aufregend war auch, ob wirklich alle 70 Brote hineinpassen würden (hat geklappt!)
Nach ca. 30 Minuten wurden die Brote einmal mit Wasser bestrichen und „umgeschossen“, d.h. man hat sie einmal im Ofen umgelagert, wobei man die dunkel gebackenen von den heißen Stellen im Ofen (hinten) zu den weniger heißen Stellen (vorne) und die hellen Brote nach hinten geschoben hat.

Nach einer Stunde konnten sie dann fertiggebacken herausgenommen und zum Abkühlen auf die Bretter gelegt werden.



70 Brote, fertig zum Abtransport vom BACKHAUS zurück zur Backstube. Die 2 – 3-Pfünder sehen sehr gut aus, braun und knusprig und gut aufgegangen.





Und sie schmecken sehr gut, ich habe eins noch am gleichen Abend aufgeschnitten und probiert.

Text und Fotos von Lothar Jansky (siehe auch Beitrag “Fotograf/-innen”)

COFFEEPARTY in Niedermoos

Am Samstag, dem 12.09.20 traf sich der Freundschaftskreis Derbyshire Dales/ Vogelsbergkreis zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken im Vulkanpark in Niedermoos. Trotz Corona waren zahlreiche Vereinsmitglieder erschienen und konnten bei herrlichem (Spät-) Sommerwetter einen schönen Nachmittag draußen bei Käse- und Pflaumenkuchen und Kaffee genießen. Es gab viele Gespräche und einen regen Informationsaustausch, man hatte sich ja lange Zeit nicht treffen können. Horst Eichenauer unterhielt uns auf seinem Akkordeon, auf gemeinsames Singen haben wir wegen Corona verzichtet.

Liederbuch

hier soll man Vorschläge für Lieder finden, die wir während unserer Treffen oder auf unseren Reisen singen könnten. Aus rechtlichen Gründen gibt es hier keine Texte oder Melodien, aber Links zu Internet-Seiten, wo man sich die Texte der Lieder angucken und sie sich auch direkt anhören kann (einfach auf den Titel klicken – blaue Schrift bedeutet, dass man hier durch draufklicken auf eine andere Webseite kommt). Bisher gibt es hier nur Vorschläge von Elfriede Zinn und von mir (Lothar Jansky) – über das Kommentarfeld ganz unten könnt ihr aber gerne weitere Lieder vorschlagen!

LIEDNOTIZEN
in deutscher Sprache
AUS GRAUER STÄDTE MAUERNWanderlied aus den 1920er Jahren
CAPRIFISCHERLied von 1947. Besingt die Sehnsucht der Deutschen nach Italien, Sonne, Strand und Mittelmeer.
DIR MEINEM VOGELSBERG GELTE MEIN LIEDDas “Vogelsberglied” – hier habe ich leider nur einen Text, aber keine Melodie oder Noten gefunden!
ER GEHÖRT ZU MIRLied von Marianne Rosenberg (1978). In Deutschland sehr bekannter Disco-Hit und ein Kultsong der Schwulenbewegung
FÜRSTENFELDLied im östereichischen Dialekt – Staßenmusiker aus der Provinz (Steiermark) fühlt sich in der Großstadt (Wien) äußerst unwohl und will wieder nach Hause
GEH AUS MEIN HERZKirchen-, Wander- und Sommerlied aus dem 17.Jahrhundert, Text von Paul Gerhardt, 1673
GEISTERREITERdeutsche Fassung von GHOST RIDERS – im Text ist nicht viel vom Original übriggeblieben!
GRIECHISCHER WEINLied von Udo Jürgens 1974, über die Situation (griechischer) Gastarbeiter in Deutschland
GUTE NACHT FREUNDEgesungen von Reinhard Mey, ein beliebtes Abend- und Abschiedslied
HESSENLAND DU BIST MEIN HEIMATLANDdie hessische Landeshymne
HEUTE HIER MORGEN DORTLied von Hannes Wader über das unstete Leben fahrender Musiker (1972) – lässt sich heute auch gut auf Berater (consultants) und Projektmanager übertragen!
HOCH AUF DEM GELBEN WAGENdeutsches Volkslied. Im Text beklagt der Sänger, wie schnell das Leben an einem vorbeirauscht – wenn man mit einer Pferdekutsche unterwegs ist! Was hätte er wohl zu Autos , ICEs und Flugzeugen gesagt?
MARMOR STEIN UND EISEN BRICHTein deutscher Rocksong – viele mögen ihn nicht, aber alle kennen ihn und können zumindest den Refrain mitsingen oder mitgrölen
NEHMT ABSCHIED BRÜDERdie deutsche Fassung von “Auld lang syne”
SCHULD WAR NUR DER BOSSA NOVAdie deutsche Fassung des Rock’n Roll Titels “Blame it on the Bossa Nova” (Manuela, 1964)
ÜBER DEN WOLKENdas bekannteste Lied von Reinhard Mey, beschreibt seine Sehnsucht, als Pilot ein Flugzeug zu fliegen
UNTERM KASTANIENBAUMLied im bayrischen Dialekt, von der Spider Murphy Gang, über einen Sommernachmittag in einem Münchner Biergarten. 
WAHRE FREUNDSCHAFT SOLL NICHT WANKENdeutsches Volkslied aus der Zeit um 1750. Ein Loblied auf die Freundschaft
WEM GOTT WILL RECHTE GUNST ERWEISENdeutsches Wanderlied (1822), Text Joseph von Eichendorff
WENN DIE BUNTEN FAHNEN WEHENbeliebtes Wanderlied aus den 1930er Jahren (Wandervogelbewegung)
WOHLAUF IN GOTTES SCHÖNE WELT
in englischer Sprache
AULD LANG SYNEschottisches Volkslied, weltweit bekannt als Sylvesterlied. Auld lang syne = old long since, sinngemäß „längst vergangene Zeit“
DELILAHzu einer eingängigen Melodie ein ziemlich verstörender Text: ein Mord aus Eifersucht an einer Frau, geschildert aus Sicht des Täters, der zu Hause darauf wartet, dass ihm die Polizei die Tür einrammt
ILKLEY MOOR BAHT’HATVolkslied im Yorkshire Dialekt. In England sehr bekannt, warnt davor, ohne Hut oder Mütze auf der Heide bei Ilkley unterwegs zu sein – Tha’s gonna catch tha death of cold usw.
MULL OF KINTYREklingt wie ein schottisches Volkslied , mit einer richtigen Dudelsack-Kapelle , ist aber von Paul McCartney aus dem Jahr 1978. Beschreibt die Landschaft auf der Halbinsel Kintyre, im Süden Schottland
WHISKY IN THE JARirisches Volkslied, über einen Überfall auf einen betrügerischen Steuereintreiber, eine veräterische Geliebte usw. Am bekanntesten in Deutschland ist die Rockversion von Thin Lizzy
GHOST RIDERS IN THE SKYein Lied über das harte Leben der Cowboys – als Strafe für ein sündiges Leben muss man bis in alle Ewigkeit die Rinderherde des Teufels über den endlosen Himmel treiben!

Review & Outlook – Freundschaftskreis Derbyshire Dales/Vogelsbergkreis ließ die Englandfahrt noch einmal Revue passieren

Am 1. Adventswochenende trafen sich Mitglieder und Freunde des Freundschaftskreises Derbyshire Dales/Vogelsbergkreis im Posthotel Johannesberg in Lauterbach, um die diesjährige Fahrt nach England noch einmal Revue passieren zu lassen.

Die beiden Vorsitzenden Gabriele Diemer und Elfriede Zinn begrüßten die zahlreich erschienen Vereinsmitglieder und auch interessierten Gäste auf das Herzlichste. Bei Kaffee, Kuchen und vielen schönen Fotos schwappte die gute Laune, die die Gruppe schon während der Englandfahrt begleitete, auch sofort auf alle Zuschauer über. Es wurde viel gelacht, wobei auch interessante und informative Gespräche nicht zu kurz kamen. Auch konnten 2 neue Mitglieder gewonnen werden.

Aus England trafen traurige Nachrichten ein. Susan Greatorex aus Matlock berichtete in einem Brief an die 1. Vorsitzende Gabriele Diemer über die verheerenden Überschwemmungen Anfang November in Derbyshire. Eine gute Bekannte sei in den Fluten ums Leben gekommen. Durch diese Umstände waren die englischen Freunde noch nicht in der Lage Planungen für den Besuch in Deutschland in 2020 in Angriff zu nehmen.
Durch die Fahrten nach England und den Empfang der englischen Freunde aus dem Derbyshire Dales District im Vogelsbergkreis lernt man jeweils die Lebensweise der anderen kennen. Auch haben sich daraus schon einige langjährigen Freundschaften entwickelt.
Wir sind eine lockere Gruppe, die die Partnerschaft zwischen dem Derbyshire Dales District und dem Vogelsbergkreis pflegt und zur Völkerverständigung beitragen möchte. Wer Interesse an unserem Verein hatte möge sich bitte mit
Gabriele Diemer g-diemer@t-online.de
oder Elfriede Zinn hecketselfriede@gmail.com in Verbindung setzen. Eine eigene Hompage ist im Aufbau. Die Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises informiert auf ihrer Homepage über die Partnerkreise des Vogelsbergkreises.